Max Liebermann   Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport 22.11.2016 – 26.02.2017

Just do it!

Sport durchdringt heute nahezu alle Lebensbereiche. Er gehört zum modernen Lifestyle, er wird zum populären Massenspektakel oder verleiht elitäres Prestige. In Deutschland begann der Siegeszug des Sports vor über hundert Jahren: Max Liebermann war der erste deutsche Künstler, der sich in zahlreichen Gemälden mit diesem Thema auseinandersetzte.

Sport und Impressionismus
Die Ausstellung untersucht erstmals Max Liebermanns Blick auf Bewegung und Sport und erzählt zugleich die Geschichte vom Reiten, Tennis und Polo in der Kunst. Werke von Edgar Degas, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec veranschaulichen Liebermanns Inspiration durch die französische Malerei und Graphik. Seine Darstellungen der Tennis- und Polospieler sind in Frankreich und Deutschland ohnegleichen. Die Einzigartigkeit seiner Motive wird durch die Betrachtung ausgewählter Werke englischer und deutscher Zeitgenossen wie John Lavery oder Max Slevogt deutlich.

Reiten, Tennis, Polo
Motive vom Reiten, Tennis und Polo beschäftigten Liebermann vor allem in der Zeit von 1900 bis 1914. Sie vermitteln ein Bild des wilhelminischen Großbürgertums, das sich in seinen Freizeitbeschäftigungen am englischen Sportsman orientierte. Der Sport erfüllte auch wichtige gesellschaftliche Funktionen. So galt Tennis als "Flirtsport", die eingezäunten Plätze verspottete man als "Verlobungszwinger".

Liebermann wandte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Motiven von Sommergästen an der Nordsee zu. Dort malte er zunächst Badende und Reiter, dann aber auch moderne Sportarten wie Polo, Tennis und Pferderennen, die in England bereits seit einiger Zeit populär waren. Nach dem Ersten Weltkrieg rücken die sportlichen Motive bei Liebermann in den Hintergrund.

Populärer Wettkampf in den 20er-Jahren
In den zwanziger Jahren begannen jüngere Künstler, den Sport als Thema zu entdecken. Vor allem populäre Massensportarten wie Fußball oder Boxen entdeckten sie als Motiv. Die Boxerdarstellungen von Georges Grosz, Renée Sintenis oder Rudolf Großmann spiegeln diesen Wechsel des Blicks vom eleganten Rasensport auf dem Lande zum schweißtreibenden Körpereinsatz im urbanen Sportpalast.

Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein Katalog (ca. 192 Seiten, ca. 170 Abbildungen in Farbe und s/w). Der Katalog kostet € 29,- im Museumsshop der Kunsthalle (€ 39,90 im Buchhandel, ISBN 978-3-7774-2663-1)