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Die Farben der Kunst: Grau - Zwischen Reflexion und Emotion, Teil 2 (1800 bis heute)
Mitgliederakademie Seminar
In der Mitgliederakademie haben Sie sowohl die Möglichkeit, Ihre kunsthistorischen Kenntnisse nach einem strukturierten Lehrplan zu vertiefen, als auch beim Besuch von Einzelveranstaltungen punktuell völlig neue Perspektiven kennen zu lernen. Sie werden dabei begleitet von promovierten Kunsthistoriker*innen, die gleichermaßen Expert*innen für Wissensvermittlung sind.
Grau spielt in der abendländischen Kunst eine besondere Rolle: Es kann die Abwesenheit von Farbe bedeuten oder die Summe aller Farben. In der Differenz zur Alltagserfahrung einer farbigen Welt ist Grau ein Medium der Abstraktion und Distanznahme – zeitlich, gedanklich, emotional – und lädt wie keine andere Farbe zur Reflexion künstlerischer Mittel oder gattungsspezifischer Verfahren ein. Umgekehrt kann die Farbe aber auch – wie in den symbolistischen Stadtbildern und Interieurs von Fernand Khnopff oder Vilhelm Hammershøi – der atmosphärischen und emotionalen Vertiefung dienen. Von der mittelalterlichen Grisaille bis zu Gerhard Richter birgt das auf den ersten Blick so unscheinbare Grau eine Fülle von Überraschungen und Entdeckungen.