Kurse & Seminare
Max Liebermanns Papageienallee (1902) und die Videoinstallation "Am Horizont können wir unsere Sinne ablesen" (2003) von Yves Netzhammer (geb. 1970)
Mitgliederakademie - Sokratischer Salon: Das dritte Bild
In der Mitgliederakademie haben Sie sowohl die Möglichkeit, Ihre kunsthistorischen Kenntnisse nach einem strukturierten Lehrplan zu vertiefen, als auch beim Besuch von Einzelveranstaltungen punktuell völlig neue Perspektiven kennen zu lernen. Sie werden dabei begleitet von promovierten Kunsthistoriker*innen, die gleichermaßen Expert*innen für Wissensvermittlung sind.
"Das dritte Bild" ist eine methodisch geleitete Gegenüberstellung von zwei scheinbar gegensätzlichen Kunstwerken. In diesem Spannungsfeld entsteht das „dritte Bild“ – ein Bedeutungsraum, der sich weder im einen noch im anderen Werk allein erschließt. Dieser Raum entsteht erst im Dialog zwischen den Werken und ihren Betrachter*innen:
1902 zogen die Papageien im Amsterdamer Zoo Max Liebermann (1847–1935) magisch an. Heute ist seine Papageienallee (1902) einer der Besuchermagnete der Bremer Kunsthalle. Was ist für uns Menschen so attraktiv an Affen, Delfinen und Papageien? Ihre Schönheit? Ihre Intelligenz? Dass Affen malen, dass Papageien sprechen können? Sind sie in mancher Hinsicht Spiegelbilder von uns? Um solche Fragen versuchsweise zu beantworten, wird die Papageienallee verglichen mit der Videoinstallation Am Horizont können wir unsere Sinne ablesen (2003) von Yves Netzhammer (geb. 1970). Darin lässt der Künstler einen Papagei einen Menschen betrachten, über ihn nachdenken und über ihn sprechen. Die Rollen von Mensch und Tier werden umgekehrt. Das Tier wird zum Subjekt, der Mensch zum Objekt.