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Friedrich Nerly (1807–1878)

Ein Ausstellungs- und Forschungsprojekt

Der Bremer Nerly-Bestand

1953 erwarb Günter Busch, der damalige Direktor der Kunsthalle, mehr als 550 Zeichnungen und Aquarelle des Erfurter Künstlers Friedrich Nerly (1807–1878) von dessen Ururgroßnichte Marianne Schmidt. Im Jahr darauf kamen 24 Ölstudien hinzu, später ergänzt durch zwei Gemälde mit venezianischen Motiven und eine Ölstudie.

Mit diesem umfangreichen Bestand besitzt die Kunsthalle Bremen nahezu die Hälfte des Nachlasses von Friedrich Nerly. Der andere Teil befindet sich im Angermuseum in seiner Geburtsstadt Erfurt. Es ist außergewöhnlich, dass derartig große Konvolute an Zeichnungen und Aquarellen eines Künstlers in so geschlossener Form erhalten sind. Sein Leben lang hat Nerly diese Arbeiten bei sich bewahrt. Sie waren sein Motivschatz, Erinnerungs- und Vorlagenmaterial, auf das er immer wieder zurückgriff. Heute bieten sie einen Einblick in die Vielfalt seiner Techniken und Arbeitsmittel und veranschaulichen seinen Werkprozess.

Das Ausstellungs- und Forschungsprojekt

Bei Ankauf des Nachlasskonvoluts gelangte auch die Campagnalandschaft mit Aqua Claudia ins Haus. Die aufgerollte Leinwand mit stark beschädigter Oberfläche war in diesem Zustand nicht ausstellbar und blieb daher über Jahrzehnte unbeachtet. 2017 wurde das Bild aufwendig restauriert – und zum Vorschein kam ein frühes Hauptwerk des Künstlers.

Das Bild mit dem spektakulären Motiv war der Ausgangspunkt für eine große Ausstellung und ein Forschungsprojekt, das von Dr. Dorothee Hansen und Maren Hüppe M.A. bearbeitet wurde. Darin untersuchten sie erstmals systematisch die Entwicklung des jungen Nerly während seiner römischen Jahre – jene Phase von 1829 bis 1835, in der er seine besten Ölstudien und Aquarelle schuf.

2026 fand in der Kunsthalle Bremen die große Ausstellung unter dem Titel „Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“ statt. Dazu erschien der gleichnamige wissenschaftliche Katalog, herausgegeben und bearbeitet von Dorothee Hansen und Maren Hüppe, veröffentlicht im Hirmer Verlag München 2026. Eine Begleitausstellung unter dem Titel „Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen“, kuratiert von Maren Hüppe, wurde im Kupferstichkabinett gezeigt (ohne Katalog).

Im Zuge der Ausstellung wurde der Bremer Gesamtbestand Nerlys digitalisiert und online zugänglich gemacht. Damit wird die zukünftige Forschung zu Nerly und zur deutschen Romantik durch ein bedeutendes, bisher kaum publiziertes Konvolut bereichert.

Hier geht es zum Nerly-Bestand im Online-Katalog der Kunsthalle Bremen.

Nerly-Forschung in der Kunsthalle Bremen

Die Forschung zu Friedrich Nerly hat in der Kunsthalle Bremen Tradition. Nachdem 1953/54 sein halber Nachlass erworben worden war, veranstaltete die Kunsthalle Bremen 1957 die erste monographische Nerly-Ausstellung mit Katalog überhaupt. Damit trug das Museum entscheidend zur Wiederentdeckung dieses fast vergessenen Künstlers bei. 1977 erforschte Martina Rudloff die Bremer Ölskizzen. Anlässlich seines 100. Todestages zeigte die Kunsthalle Bremen im Kupferstichkabinett eine Ausstellung über Nerly in Venedig (ohne Katalog) und 2013/14 wurden mehrere Blätter des Künstlers in der Bremer Ausstellung zur romantischen Zeichnung unter dem Titel „Lass Dich von der Natur anwehen“ präsentiert. An diese Vorarbeiten knüpft das aktuelle Forschungsprojekt an.

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Research

Gemälde mit Ruinen in italienischer Landschaft

Friedrich Nerly, Campagnalandschaft mit Aqua Claudia, 1836

Öl auf Leinwand, 124 x 148,5 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Katalog

Der Katalog „Natur und Antike – Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“ ist im Museumsshop der Kunsthalle Bremen erhältlich.

Unterstützer des Projektes:
Erste Recherchen zu dem Gemälde Campagnalandschaft mit Aqua Claudia wurden durch ein Museumsstipendium an der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom möglich, das Dorothee Hansen, Kuratorin an der Kunsthalle Bremen 2019 wahrnahm.

Katalog und Ausstellung wurden unterstützt durch:
  • Logo Ernst von Siemens Kunststiftung
  • Logo Kulturstiftung der Länder
  • Logo Familien Schultz Frentzel Stiftung
  • Logo Galerie Neuse
  • Schriftzug: Claus H. Wencke
  • Schriftzug: Prof. Dr. Christa Bürger
  • Logo Frontinus-Gesellschaft e.V.

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